Tiger Cringe – Die wildesten Momente aus Staffel 1

Die zweite Season Tiger King ist da. Joe Exotic wird auch hinter Gittern seinem Bildungsauftrag gerecht und bringt uns das Jugendwort des Jahres 2021 näher: Cringe.

Mit seinen Volten, Geschmacksverirrungen und verstörenden Entscheidungen ist Joe Exotic zum Symptom einer Ära geworden – genau wie sein ehemaliger Präsident. In dieser Ära scheinen vor allem Aufreger wie am Fließband und die daraus resultierende Aufmerksamkeit zu zählen. Bevor der King of Cringe nun zu einer zweiten Runde Fremdscham einlädt, werfen wir zur Auffrischung noch einmal einen Blick auf die denkwürdigsten Momente der ersten Staffel.

Die Musikvideos von Joe Exotic

Seien wir ehrlich: Wer schon einmal Musikvideos von Olaf, dem Flipper gesehen hat, den können Joe Exotics Ausflüge ins musikalische Fach nicht mehr groß schocken. Alle anderen aber schon. Wobei wir nicht vom Lemmy Kilmister-Gedächtnis-Look sprechen, in dem Joe seine Brunft-Ballade „I Saw A Tiger“ zum Besten gibt. Auch nicht von seiner Kühlerhauben-Pathos-Pose oder den lyrischen Ergüssen („I saw a tiger/And the tiger saw a man“). Wir meinen einfach das Gesamtpaket. Besonders schön wird es, wenn sich herausstellt, dass Joe nicht nur mit Donald Trump eine Menge gemeinsam hat, sondern auch mit Milli Vanilli. Gesungen hat er seine Country-Hits selbst nämlich nicht  – was man spätestens dann schmerzhaft erfahren muss, wenn auf Travis Maldonados Trauerfeier das Playback startet.

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Arm dran mit Arm ab

Spätestens mit Beginn der zweiten Episode beginnt die Grenze zwischen Fremdscham, Mitleid und Abscheu zu verschwimmen. Da ist zum Beispiel der Moment, in dem Tierpfleger Saff einen Arm an einen Tiger verliert. Noch unangenehmer wird die Szene, als Joe Exotic im Sanitäter-Outfit den Krisenmanager gibt und das Unglück seinen Kund*innen kommuniziert. Wobei, hold my arm: Am schrägsten ist der Umgang Saffs mit dem Unglück. Er gibt weder Tiger noch King die Schuld, sondern erscheint wenige Tage später einfach wieder zur Arbeit. Um einen Arm ärmer, eine (bittere) Erfahrung reicher, aber offenbar so unbeeindruckt, als hätte er sich lediglich einen Finger verstaucht.

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Joes Präsidentschaftskampagne

Muss man froh darüber sein, dass bei den US-Präsidentschaftswahlen 2016 nur ein gewisser Donald Trump gewonnen hat und nicht sein Konkurrent Joe Exotic? Tatsächlich lancierte der waffenliebende Privatzoobesitzer damals eine Präsidentschaftskampagne. Glücklicherweise waren seine Wahlwerbespots aber von einer ähnlichen Qualität wie seine Musikvideos. So reichte es letztlich nicht für die Endrunde. Daran konnte auch der prestigeträchtigen Auftritts bei John Oliver nichts ändern. Aber eine verlorene Wahl ist für einen echten Narzissten kein Grund zur Aufgabe, Ehrensache. Wenig später versuchte Joe es deshalb noch einmal bei den Gouverneurswahlen.

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Carole Baskins Schoßhündchen

Wer Joe  für einen schlechten Sänger hielt, hat vermutlich Howard vergessen, den Ehemann seiner Konkurrentin Carole Baskin. Das Ständchen für seine Frau ist mindestens so verstörend  wie die Hochzeitsbilder, die ihn im Tigerfell an ihrer Leine zeigen. Fast wünscht man sich in diesen Momenten, dass er den Fängen dieser Frau irgendwie entrinnen könne. Vielleicht nach Costa Rica? Aber da ist ja schon Caroles vorangegangener Gatte Don nicht angekommen, von dem insbesondere Joe Exotic vermutet, dass er Caroles anderen Haustieren zum Fraß vorgeworfen wurde.

Doc Antle und seine Frauen

Als wäre es nicht fragwürdig genug, dass Carole Baskin ihren Mann an der Leine führt, Joe Exotic deutlich jüngere Männer ehelicht oder Exotics Teilzeit-Kompagnon Jeff Lowe seiner Frau offensichtliche Gespielinnen als potenzielle Babysitterinnen der künftigen gemeinsamen Tochter präsentiert: In Bhagavan „Doc“ Antle findet der Tiger King einen Antagonisten, der all diese Gestalten wie Musterbeispiele für Wokeness aussehen lässt. 

Der Doc ist nicht nur Tiertrainer und Zoobetreiber, sondern offenbar auch Anführer eines Kults, für den er junge Frauen in seine Fänge lockt. Von mindestens drei Frauen ist in der legendären zweiten Episode „The Cult of Personality” die Rede, die nicht nur ihre Namen ändern mussten, sondern sich auch optisch seinen Wünschen anzupassen hatten. Die Grenze zwischen Cringe und Creep ist an dieser Stelle allerdings schon meilenweit überschritten.

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Netflixwoche Redaktion