Woody Harrelson: Kiffender Anarchist mit drei Oscar-Nominierungen

Das ist Woody Harrelson

In der 007-Persiflage Austin Powers gibt es eine Szene, in der das Raumschiff des Bösewichts am Himmel zu sehen ist, und aufgrund seiner Form eine Menge Penis-Witze gerissen werden. Ein Mann zeigt staunend zum Himmel und sagt: „Da ist ja ein großer…“ Schnitt, eine Frau ruft: „Woody! Woody Harrelson, kann ich ein Autogramm haben?“ „Natürlich“, antwortet Harrelson in seinem wenige Sekunden langen Cameo-Auftritt, und ergänzt mit Blick auf das penisförmige Raumschiff: „Ich hab’ schon größere gesehen!“ Ein typischer Woody-Harrelson-Witz.

Doch auch wenn Harrelson in den 80er-Jahren als Witzbold und Einfaltspinsel in der Sitcom Cheers bekannt geworden ist, geht sein Repertoire längst über Comedy hinaus. Dreimal war er für den Oscar nominiert: als König der Pornoheftchen in dem Biopic Larry Flynt – Die nackte Wahrheit, als traumatisierter US-Soldat im Drama The Messenger – Die letzte Nachricht und schließlich als an Krebs erkrankter Sheriff in Three Billboards Outside Ebbing, Missouri.

Dazu kommen Rollen als ehemaliger US-Präsident Lyndon B. Johnson (LBJ), in der großartigen Crime-Serie True Detective und natürlich an der Seite von Juliette Lewis als durchgeknallter Verbrecher in Oliver Stones Natural Born Killers (Wichtigstes Filmzitat als Angeberwissen für die nächste Party: „Scheiße, Mann, ich bin ein geborener Killer!”).

Über sein Faible für exzentrische Charaktere hat Harrelson dem Tagesspiegel einst im Interview etwas kokett gesagt: „Solche Rollen machen mir Spaß, weil ich mich dafür nicht sonderlich anstrengen oder verstellen muss.“ Dass er auch privat manchmal zur Exzentrik neigt, hat der 60-Jährige allerdings kürzlich auf sehr fragwürdige Weise bewiesen. In den sozialen Netzwerken teilte er einen Post, der einen falschen Zusammenhang zwischen der Verbreitung des Coronavirus und der 5G-Technologie suggerierte. 

Darum geht’s in The Man from Toronto

Wer Informationen von unwilligen Opfern braucht, der ruft ihn: The Man from Toronto (gespielt von Woody Harrelson). Dessen Foltermethoden sind in der Szene quasi legendär und haben noch jede und jeden zum Sprechen gebracht. Doch bei seinem neuesten Auftrag pfuscht dem Gangster der tölpelige Teddy Jackson (Kevin Hart) dazwischen. Der ist zur falschen Zeit am falschen Ort und wird für den Man from Toronto gehalten. Das findet der gar nicht witzig, muss sich aber zumindest für eine Weile mit Teddy arrangieren, um den Lohn für einen Job abgreifen zu können. Das Duo aus grummeligem Gangster und ahnungslosem Tollpatsch hat aber weit mehr Gemeinsamkeiten, als es zunächst scheint.

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Das ist das wichtigste Woody-Harrelson-Zitat aus The Man from Toronto

„Das Einzige, was du erreicht hast, ist, diese arme Frau, die sich nun deine Gattin nennen darf, festzunageln!“

In Teddys Umfeld hat sich sein Name als Synonym für Versagen etabliert: Wer etwas verbockt, hat es schlicht „verteddyt“. Dass dieser Ruf nicht von ungefähr kommt und Teddy besonders seiner Frau über die Jahre eine Menge Kummer gemacht hat, fasst der Man from Toronto unverblümt zusammen. Der Rüffel zeigt Wirkung: Teddy beginnt, die Konsequenzen seiner Handlungen für sich und besonders für andere zu bedenken.

Hier ist Woody Harrelson auf Netflix zu sehen

The Highwaymen: USA, 1934. Das Verbrecherduo Bonnie und Clyde zieht raubend und mordend durchs Land. Die gealterten Texas Ranger Frank (Kevin Costner) und Maney (Harrelson) wollen dem ein Ende machen und stehen in dieser Story nach einer wahren Begebenheit schnell vor der Frage: Was ist nur aus der Welt geworden?

Kate: Auftragskillerin Kate ist bei einer Mission vergiftet worden und hat nur noch wenige Stunden zu leben. Die will sie mit Unterstützung ihres Mentors Varrick (Harrelson) nutzen, um Rache zu nehmen.

Zombieland: Ein Klassiker unter den Horrorkomödien: Der von Harrelson gespielte Tallahassee hat gemeinsam mit einigen weiteren Menschen die Zombie-Apokalypse überlebt. Nun geht es, etwas verknappt gesagt, um zwei Dinge: Witze reißen und Untote killen!

Das wissen nur echte Fans

Woody Harrelson ist nicht nur Anarchist, er ist auch bekennender Marihuana-Fan. 2016 hatte er sich sogar an seinem Wohnort Hawaii um Lizenzen beworben, um medizinisches Marihuana vertreiben zu dürfen – allerdings erfolglos. Doch auch wenn er sich auf Drehtage lieber mit Yoga als einem Joint vorbereitet, hat er offenbar nach wie vor gern ein bisschen Gras griffbereit. Den Kollegen am Set von Zombieland konnte er damit aber nicht nur Freude machen. In der Talkshow von Ellen DeGeneres erklärte Harrelson vor zwei Jahren, dass ihnen sein Marihuana einfach zu stark gewesen sei. 

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Netflixwoche Redaktion