Jella Haase: Sie überschreitet für Rollen ihre Grenzen

Das ist Jella Haase

Zu viele Menschen denken zuallererst an die prollige Chantal Ackermann aus Fack ju Göhte, wenn es um Schauspielerin Jella Haase geht. Dabei dreht die mittlerweile 29-jährige Dramen, seit sie 15 ist. Im Tatort: Puppenspieler war sie eine minderjährige Prostituierte. In Der letzte Rest lud sie Klassenkameraden zum Gruppensex ein, um beliebter zu werden. In Looping verliebte sie sich in einer Psychiatrie zeitgleich in zwei ältere Frauen. In Puppe spielte sie ein Junkie-Mädchen, das zu Tode geprügelt wird.

Es sind schmerzhafte Rollen, die Jella Haase offenbar anziehen. Ihre Filme beinhalten immer wieder Szenen, die grenzwertig anzusehen sind. In einem Interview mit dem SZ-Magazin hat sie darüber gesagt: „Manchmal ekle ich mich im Nachhinein vor ­Szenen. Dass man so tief schöpft, sich an einen Schmerz oder ein Gefühl erinnert, es transformiert, um es darzustellen. Das irritiert mich dann manchmal schon sehr. Vielleicht muss es so sein. Ich kann keinen Charakter nur behaupten.“

Mit diesem Arbeitsverständnis macht sie es sich sicher nicht einfach. Der Erfolg allerdings dürfte die Mühe ein Stück weit wert sein. Neben dem Bayerischen Filmpreis im Jahr 2011 als Beste Nachwuchsdarstellerin (für Kriegerin und Lollipop Monster) ist Jella Haase kürzlich mit dem Deutschen Filmpreis (Beste weibliche Nebenrolle in Lieber Thomas) geehrt worden.

Und was hält sie selbst nun von Chantal? Die sei definitiv keine dumme Tussi, sagt Haase über die Rolle. „Die ist in ihrer Selbstüberzeugung total uneitel, weil sie auf andere scheißt. Deshalb kam sie auch so gut an. Die Leute haben mit ihr gelacht, nicht über sie.“

Darum geht’s in Kleo

Im Auftrag der Staatssicherheit hat Agentin Kleo Straub in und außerhalb der DDR gemordet, wie es ihr aufgetragen wurde – bis sie plötzlich ohne Angabe von Gründen ins Gefängnis geworfen wurde. Als sie endlich wieder freikommt, sinnt sie auf Rache. Aber wer hat sie verraten? Und warum? Auf der immer action- und meist humorreichen Suche nach Antworten kommt Kleo ihre Ausbildung als Killerin und ihre Wandlungsfähigkeit diverse Male zugute.

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Das ist das wichtigste Jella-Haase-Zitat aus Kleo

„Wenn du mich verarschst, dann lebst du nicht mehr!“

Eigentlich ein Klischee-Satz in einem Film über eine Auftragskillerin. Aber Jella Haase trägt ihn so rotzig vor, dass man ihr wirklich nicht im Dunkeln begegnen möchte.

Hier ist Jella Haase auf Netflix zu sehen:

  • Fack ju Göhte: Als „Ey, Alter“ grölende Chantal hat sich Jella Haase in die Herzen zahlreicher Fans proletet. Logische Folge waren Fack ju Göhte 2 und Fack ju Göhte 3.
  • Kidnapping Stella: Eine junge Frau wird von zwei Männern festgehalten, um Lösegeld zu erpressen. Kann sie den Plan ihrer Entführer vereiteln?
  • Das Leben danach: Die Panikattacken und die Wut einer jungen Frau, die das Unglück bei der Loveparade 2010 überlebt hat, eskalieren immer weiter.

Das wissen nur echte Fans

Dass Jella Haase Schauspielerin geworden ist, liegt an einer Mischung aus geringer musikalischer Begabung, Zufall und Übermut. Eigentlich sollte sie als Teenagerin ein Instrument lernen, hat sie der Abendzeitung einmal erzählt. Als das mangels Talent nicht klappte, sei sie eher zufällig in die Theatergruppe ihrer Schule reingerutscht – und hatte am Spielen eine Menge Freude. „Mit 15 habe ich mich dann bei einer Agentur beworben, weil ich dachte: Das, was die im Fernsehen machen, das kann ich auch.“

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Netflixwoche Redaktion