Sechs Filmszenen, in denen die Gefühle echt waren

Woran sind gute Schauspieler*innen zu erkennen? Nicht an perfekt vorgetragenem Text, nicht an makellosem Aussehen oder besonderer Extravaganz. Ein eindeutiges Indiz für echtes Können ist das Vermitteln von Gefühlen. Wenn Zusehende mitgerissen werden, wenn man durch die ganzen Schwärmereien plötzlich selbst in das High-School-Sweetheart verknallt ist oder beim Abschied von einem Charakter vor dem Fernseher auch ein Tränchen vergießt. Aber wie macht man das als Schauspieler*in am besten? Manchmal ist es ganz simpel: Einfach nicht schauspielern.  

Wir haben sechs Filmszenen gesammelt, in denen die Gefühle echt waren. 

1. Abschiedsschmerz bei Das Büro 

Über zehn Jahre spielte Steve Carell den Bürochef Michael Scott in der US-Sitcom Das Büro. Bis er nach sieben Staffeln auf eigene Entscheidung die Serie verließ, genauer gesagt in Staffel sieben, Folge 22: Auf Wiedersehen, Michael. Eine Folge voller roter Augen, die die Tränen aufhalten wollen, und dummer Scherze, um die Traurigkeit zu überspielen. Denn nicht nur die Arbeit am Set, sondern auch all seine Kollegen, fiktive oder echte, waren Carrell natürlich ans Herz gewachsen. Und so ist diese emotionale Folge nicht nur der Abschied vom Büroleiter, sondern auch das Ende eines Lebensabschnittes für Carell – und ein bisschen auch für die anderen Beteiligten. 

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2. Wahre Liebe bei Step Up

Am Set des Tanzfilmes Step Up lernten sich Jenna Dewan und Channing Tatum 2006 kennen und genau so, wie es zwischen den beiden vor der Kamera geknistert hat, hat es das auch nach Drehschluss. Ob sie dann immer noch wild miteinander getanzt haben, bleibt offen. Fest steht aber, dass schon bald nach ihrem ersten Kuss, damals noch als Tyler und Nora, die Hochzeit von Channing und Jenna und dann die Geburt von Töchterchen Everly folgten. Leider hat ihre ganz persönliche Lovestory aber auch noch einen vierten Teil. Denn nach Kennenlernen, Ehe und Kind kam 2019 die Trennung. 

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3. Ungespielte Überraschung bei Charlie und die Schokoladenfabrik 

Einen Film drehen, bei dem vor allem Kinder mitspielen, in einer fantastisch bunten Welt aus Schokolade – und dabei die Kontrolle behalten? Kaum möglich und auch nicht nötig, jedenfalls nicht bei den Dreharbeiten zu Charlie und die Schokoladenfabrik aus dem Jahr 1971, der Originalversion des Filmes mit Johnny Depp von 2005. Denn die Überraschung der jüngsten Darsteller*innen über den Auftritt von Willy Wonka und die Oompa Loompas war vollkommen echt und genau so gewollt. Dafür reichte es, den Kindern vorher einfach nicht ganz genau zu verraten, was beim Dreh passieren wird: Ein improvisierter Purzelbaum von Willy Wonka oder rotgesichtige Oompa Loompas, die durch eine Menge an Süßigkeiten tanzen – wer da nicht überrascht wäre, müsste wirklich gut schauspielern. 

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4. Totale Verwirrung in The Wolf of Wallstreet

Diese eine Szene, oder vielleicht auch nur deren Sound, kennt inzwischen fast jede*r: Matthew McConaughey und Leonardo DiCaprio sitzen in einem edlen Restaurant, als McConaughey plötzlich anfängt, sich mit der Faust auf die Brust zu klopfen und mit Bassstimme einen Rythmus zu summen. Die Szene stammt aus The Wolf of Wallstreet und wurde von McConaughey aka Mark Hanna improvisiert, der als erfolgreicher Broker den Anfänger Jordan Belfort in die Börsenwelt einführen will. Als er das Lied, welches nicht im Drehbuch stand, anstimmt, sind DiCaprios verwirrte Blicke nach links und rechts, vielleicht zum Kamerateam, also echt. Und wahrscheinlich ist es auch der drohende Lachanfall, den man unter DiCaprios zuckenden Mundwinkeln vermutet. 

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5. Millie Bobby Browns Zusammenbruch bei Stranger Things 

Die vierte Episode „Der Sauna-Test“ der dritten Staffel von Stranger Things endet mit einem Kampf zwischen Billy und Eleven, der an den Kräften beider zehrt. Oder aller drei: Denn auch Millie Bobby Brown, die Eleven spielt, ist nach dem Dreh körperlich und psychisch völlig am Ende. Als sie nach dem Kampf als Eleven in die Arme von Mike (Finn Wolfhard) fällt und ihr die Tränen in die Augen schießen, liegt das nicht bloß an ihrer schauspielerischen Darbietung, sondern auch an ihrer allgemeinen Erschöpfung als Hauptdarstellerin. Denn ein Zusammenbruch solchen Ausmaßes stand nicht im Drehbuch. Wer genau hinsieht, sieht deshalb auch den erschrockenen Blick von Mike Richtung Kamerateam.

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6. Körperlicher Schmerz in Fight Club

Er sagt zwar „Ich will, dass du mich schlägst“, doch mit dieser Ohrfeige hat Brad Pitt in Fight Club dann doch nicht gerechnet. „Warum ins Ohr?“, fragt er noch, während man ihm trotz der Dunkelheit auf dem Parkplatz schon den Schmerz im Gesicht ansieht. Ein Unfall? Nicht wirklich. Zwar war eigentlich kein echter Schlag geplant, doch tatsächlich bekam Gegenspieler Edward Norton vom Regisseur kurz vorher die geheime Anweisung, Pitt doch zu schlagen. Dass er ihn so hart treffen würde, damit hätte Norton wahrscheinlich auch nicht gerechnet. Und Pitt sowieso nicht. Doch was wäre Fight Club ohne wenigstens einen echten Fight? 

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Netflixwoche Redaktion