Tonya-Harding-Darstellerin Margot Robbie freut sich
Letzte Chance

I, Tonya – Angeberwissen zur preisgekrönten Filmbiografie

9.9.21

Noch bis zum 21. September 2021 kann man das Sportlerinnen-Biopic I, Tonya auf Netflix streamen. 

Selbst wenn man sich kein bisschen für diesen Sport interessiert, ist die Geschichte über die Eiskunstläuferin Tonya Harding von 2017 absolut sehenswert. Hardings Leben bestand eben nicht nur aus schönen Figuren auf dem Eis, sondern auch jeder Menge Chaos, Schmerzen und einem Attentat auf eine Konkurrentin. 

Hier kommen sieben Hintergrund-Fakten, mit denen sich beim Filmabend gut angeben lässt.

1. War Tonya Hardings Mutter LaVona Golden wirklich so grausam?

In I, Tonya spielt die Charakterdarstellerin Allison Janney (Juno) die rigorose Mutter von Tonya Harding – aber hat die echte LaVona Golden ihrer Tochter tatsächlich sogar verboten, während des Trainings auf die Toilette zu gehen?

Die Antwort lautet leider: ja. Bereits 1994 berichtet die Chicago Tribune, dass Golden ihrer Tochter auf der Eisbahn des Öfteren zugerufen haben soll: „Ich habe dafür bezahlt, dass du trainierst. Also wirst du auf dem Eis bleiben und trainieren!“

Und tatsächlich sah sich die jugendliche Tonya Harding dann bisweilen genötigt, auf die Eisfläche zu urinieren, wie einige der damals Anwesenden bestätigt haben sollen.

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2. Hat LaVona Golden ihre Tochter wirklich im Eiskunstlauf-Outfit zur Schule geschickt, um Jahrbuch-Fotos machen zu lassen?

Auch eine weitere Anekdote rund um „Rabenmutter“ LaVona Golden ist tatsächlich so geschehen: Die junge Tonya Harding musste in ihrem kompletten Eiskunstlauf-Outfit – einschließlich extravaganter Frisur und Tiara (!) – zur Schule gehen, um so für ihr Jahrbuch-Foto zu posieren.

Ihre Mutter wollte auf diese Weise Geld sparen und kostenlose Bilder für Eiskunstlauf-Wettbewerbe erhalten. Das hat Tonya Harding selbst in ihrer Autobiografie The Tonya Tapes bestätigt.

Allison Janney wurde für ihre Darstellung von LaVona Golden im Jahr 2018 übrigens mit dem Oscar für die „Beste Nebendarstellerin“ ausgezeichnet.

3. Hat Margot Robbie die schwierigen Eiskunstlauf-Szenen selbst gespielt?

Tonya-Harding-Darstellerin Margot Robbie verbrachte vor den Dreharbeiten fünf Monate auf dem Eis, um sich die nötigen Fähigkeiten für ihre Rolle anzueignen.

An den technisch anspruchsvollsten Stellen der Eiskunstlauf-Performances wie Sprünge oder schnellen Drehungen kamen zwar Doubles zum Einsatz, im fertigen Film sind dennoch viele Eislauf-Szenen Robbies zu sehen. Bei schwierigen Performances konnte sie beispielsweise zumindest Anfang und Ende der Figuren selbst laufen. 

4. Wer stand den spektakulärsten Sprung des Films – den Dreifach-Axel? 

Selbst die Stunt-Doubles von Margot Robbie waren nicht dazu in der Lage, den so bedeutsamen Dreifach-Axel auszuführen – einen der schwierigsten Sprünge im Eiskunstlauf.

Nach der realen Tonya Harding versuchte sich zehn Jahre lang keine Eiskunstläuferin mehr am Dreifach-Axel. Diesen Sprung haben bis heute insgesamt nur zwölf Frauen in internationalen Wettbewerben gestanden.

Weil diese Athletinnen aufgrund des hohen Verletzungsrisikos nicht für den Filmdreh verfügbar waren, so Produzent Tom Ackerley, wurde der Sprung letztendlich mithilfe von CGI-Effekten am Computer simuliert. 

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5. Behauptete der „Eisenstangen-Attentäter“ Shawn Eckhardt tatsächlich, ein internationaler Terrorismus-Bekämpfungsexperte zu sein?

Das haarsträubende Fernsehinterview mit der Journalistin Diane Sawyer spielte sich tatsächlich so ab wie im Film. Der echte Shawn Eckhardt behauptete, sowohl im Anti-Terrorkampf als auch in der Spionageabwehr geschult zu sein.

Das Eisenstangen-Attentat auf Nancy Kerrigan sollte Eckhardt dabei helfen, seine Firma „World Bodyguard Services“ bekannter zu machen. Möglichst viele professionelle Eiskunstläufer*innen sollten seine Dienste in Anspruch nehmen.

6. Was spielte sich wirklich zwischen Tonya Harding und ihrem Halbbruder ab?

Chris Davidson, der Halbbruder von Tonya Harding, attackierte die damals 15-Jährige und wurde sexuell übergriffig, wie auch in I, Tonya zu sehen ist. Die wahre Geschichte ist in diesem Fall allerdings noch krasser als im Film dargestellt.

Die echte Tonya Harding verbrannte den übergriffigen Davidson demnach zuerst mit ihrem Lockenstab und verbarrikadierte sich anschließend im Badezimmer. Nachdem ihr Halbbruder die Tür eingetreten hatte, schlug sie mit einem Hockeyschläger auf ihn ein, rief dann die Polizei und flüchtete zu Nachbar*innen.

Der echte Chris Davidson wurde daraufhin verhaftet und musste ins Gefängnis. Kurz nach seiner Haftentlassung wurde er von einem Auto angefahren und verstarb. Der oder die Fahrer*in beging Fahrerflucht.

7. Teilten sich die echten Tonya Harding und Nancy Kerrigan auf Tour wirklich ein Zimmer und feierten dort wilde Partys?

Diese Anekdote aus I, Tonya scheint eher nicht den Tatsachen zu entsprechen. Tonya Harding berichtet in ihrer Autobiografie The Tonya Tapes davon, dass sie sich des Öfteren mit ihrer Konkurrentin ein Zimmer geteilt habe. Die beiden seien aber lediglich auf gemeinsame Shopping-Touren gegangen. Mehr als gemeinsame Dinner und Fernsehabende seien ansonsten nicht drin gewesen.

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Von
Netflixwoche Redaktion

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