Hasan Minhaj macht sich gern mächtige Feinde

Das ist Hasan Minhaj

He’s back! Nach zwei Jahren Pause von der Netflix-Bühne kommt Hasan Minhaj mit seinem zweiten Special The King’s Jester zurück. Und er schafft es wieder, unglaublich viele unterschiedliche Themen in die gut einstündige Show zu packen, von Unfruchtbarkeit über seine Erfahrungen als junger Muslim nach 9/11 (der dummerweise seine große Klappe ausgerechnet in Anwesenheit eines FBI-Agenten aufreißt) bis hin zu seinem Konflikt mit der saudi-arabischen Königsfamilie. Am liebsten legt sich der selbsternannte „Hofnarr“ mit den Mächtigen an: Königinnen, Premierministern, saudischen Kronprinzen, Geheimdiensten.

Nach dem ersten Netflix Special hat der Comedian seine eigene Show Patriot Act bekommen, in der er vor allem Politiker*innen und Staatsoberhäupter auf die Schippe nimmt. Und natürlich sich selbst als Vertreter einer ethnischen Minderheit. Viel ist seitdem passiert – Minhaj wurde 2020 zum zweiten Mal Vater und laut seiner Frau ist die Familienplanung auch abgeschlossen. „Aber man weiß nie, die Schützen schießen“, witzelt er auf Instagram.

Seine insgesamt mehr als 2,4 Millionen Follower in den sozialen Medien versorgt der gebürtige Kalifornier regelmäßig mit Alltags-Comedy, privaten Einblicken und seiner Meinung zum politischen Zeitgeschehen. Auch seine Frau Beena ist Dauergast in seinen Geschichten. In The King’s Jester erzählt Minhaj, dass sie ihn nach der Geburt der gemeinsamen Tochter gebeten hat, die Familie immer zu beschützen. Darauf antwortet er: „Ja, natürlich. Ich brauche dich... als Material. Stand-up schreibt sich nicht von selbst.“

Von seinen Anfängen auf den Bühnen San Franciscos bis zu dem bisher wohl größten Auftritt seiner Karriere als Moderator des legendären Korrespondenten-Dinners im Weißen Haus – in nur wenigen Jahren hat sich Hasan Minhaj als einer der wichtigsten amerikanischen Investigativ-Satiriker einen Namen gemacht. 2019 war er unter den TIME100, den einhundert einflussreichsten Menschen der Welt. Könnte schlechter laufen für den 37-Jährigen.

Darum geht’s in The King’s Jester

Nach Homecoming King ist The King’s Jester Hasan Minhajs zweites Comedy-Special. Diesmal wird er noch persönlicher als gewohnt und erzählt von Fruchtbarkeitsproblemen, dem Leben als Zweifach-Vater und seinen Erfahrungen im Umgang mit Ruhm. Natürlich darf sein Steckenpferd – die Politik-Satire – nicht fehlen, ebenso wenig wie Witze, die sich auf seine indische Abstammung beziehen. Zum Beispiel wenn er sich darüber auslässt, wie grauenhaft er es findet, dass große Kaffeeketten „ein Produkt anbieten, das sie Chai Tee nennen. Chai IST Tee. Ihr sagt Tee-Tee.“

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Das ist das wichtigste Hasan-Minhaj-Zitat aus The King’s Jester

„Ich möchte zwischen Satire und Ernsthaftigkeit wechseln und darauf vertrauen können, dass ihr den Unterschied erkennt.“

Sicher nicht der klassische Comedy-Kracher, den man von Hasan Minhaj erwarten würde, dennoch steht das Zitat sinnbildlich für die zwei Herzen, die in seiner Brust schlagen. Und manchmal ist der Grat dazwischen so schmal, dass man ein paar Momente braucht, um zu verstehen: Hat er das gerade wirklich gesagt?

Hier ist Hasan Minhaj auf Netflix zu sehen:

  • Patriot Act with Hasan Minhaj: In den sechs Staffeln seiner Comedy-Talkshow analysiert er hochbrisante politische und gesellschaftliche Themen, von der Einwanderungspolitik der Trump-Regierung bis zur Maschinerie hinter US-Studienkrediten. Ausgezeichnet mit einem Emmy Award.
  • Homecoming King: Special, in dem Minhaj die Zuschauer*innen selbstironisch mit in seine Welt als Kind von muslimischen Einwanderer-Eltern nimmt und über peinliche Abschlussball-Erlebnisse berichtet.

Das wissen nur echte Fans:

Bevor er berühmt wurde, ist Hasan Minhaj regelmäßig in San Francisco aufgetreten. Seinen Eltern hat er davon anfangs nicht erzählt – sondern gelogen, dass er in die Bibliothek zum Lernen fährt. Bei Ellen DeGeneres verriet er, dass er dummerweise auf einem seiner Ausflüge zu einem Gig das Auto gecrasht hat. Sein Vater musste ihn abholen und die Sache mit der „Bibliothek“ flog auf. Minhaj gestand, dass er Stand-up Comedian ist und sein Vater reagierte ziemlich witzig: „Warum kannst du nicht einfach Gras rauchen, so wie jeder andere im College?“

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Netflixwoche Redaktion