„Noch besser als der erste“ – Das sagen die Kritiker*innen zu Glass Onion: A Knives Out Mystery

„Der erste war gut … dieser ist besser“, heißt es in der britischen Tageszeitung The Guardian über Rian Johnsons Krimikomödie Glass Onion: A Knives Out Mystery. Der über zweistündige Spielfilm war eine Woche lang in ausgewählten Kinos zu sehen, ehe er ab dem 23. Dezember auf Netflix läuft.

Glass Onion: A Knives Out Mystery bringt von vornherein eine Fangemeinde mit sich. Der Film ist die Fortsetzung des preisgekrönten Ensemblekrimis Knives Out (2019). Benoit Blanc (gespielt von Ex-Bond-Darsteller Daniel Craig) ist wieder zu sehen, allerdings in einem anderen Setting. Der „berühmteste Privatdetektiv der Welt“, wie er zu Beginn vorgestellt wird, soll auf der Privatinsel eines Milliardärs (Edward Norton) bei einem Krimispiel unter Freund*innen (u. a. mit Kate Hudson, Kathryn Hahn, Dave Bautista) mitmachen. Echte Aufklärungsarbeit? Die kommt erst noch!

„Anders als erwartet“

„Statt mit dem Schock eines Verbrechens zieht Johnson sein Publikum durch Witz und Tempo in seine Geschichte hinein“, schreibt die Filmkritikerin Barbara Schweizerhof in der Wochenzeitung Die Zeit. Was Regisseur Rian Johnson alles mit seinen Figurenkonstellationen zaubere, sei ein kleines Wunder. „Ja, es geschehen Verbrechen und es wird ein Mord aufgeklärt – aber doch anders als erwartet und nicht immer in dieser Reihenfolge.“

„Für die Zuschauer folgen zwei sehr kurzweilige, mit Witzen, Anspielungen und Cameoauftritten (Hugh Grant! Serena Williams!) angereicherte Rate-Stunden“, heißt es wiederum in dem Lokalblatt Münchner Merkur.

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Glass Onion spielt während der Pandemie – aber „ohne der Düsternis zu erliegen“

Was macht Glass Onion: A Knives Out Mystery aus – und was ist anders als im ersten Knives-Out-Film?

Maria Wiesner von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung stellt fest: „Der Bildaufbau nimmt immer mehr als eine Person in den Blick, man sieht also nicht nur den Handelnden, sondern im Hintergrund immer auch die Reaktion der Anderen. Blicke widersprechen Aussagen, Mimik verrät Mordmotive.“

Die US-amerikanischen Tageszeitung The New York Times thematisiert unter anderem, dass der Film während den schlimmsten Monaten der Covid-Pandemie (Frühjahr 2020) spiele: „Glass Onion lehnt sich an die jüngere Geschichte an, ohne der Düsternis, der Bitterkeit oder der heulenden Wut zu erliegen – was nicht leicht ist.“

Und auf der Webseite der Süddeutschen Zeitung ist zu lesen: „Ein Whodunnit im Stil alter Agatha-Christie-Verfilmungen [...]. Aufgrund der schönen Kulissen und des angenehm sonnigen Urlaubsflairs auf der Insel werden gelegentlich Erinnerungen an Guy Hamiltons Das Böse unter der Sonne (1982) wach, in dem Peter Ustinov als Hercule Poirot auf Mallorca einen Mörder suchte.“

„Sind exzentrische Detektive die neuen Superhelden?“

In der Fachzeitschrift The Hollywood Reporter betont der Autor John DeFore, dass Benoit Blanc (Daniel Craig) ein Detektiv sei, nicht Batman. „Die Wahrheit über ein Verbrechen aufzudecken bedeutet nicht, dass irgendjemand dafür bezahlen wird, was er getan hat.“ Darin unterscheide sich der Film von den Werken, die ihn inspiriert haben.

Im Guardian wird gen Ende der Rezension hingegen sehr direkt gefragt: „Sind exzentrische Detektive die neuen Superhelden?“ Denn eines, so sind sich die meisten Kritiker*innen sicher, ist klar: Daniel Craig überzeugt als Anti-Bond-Figur.

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Netflixwoche Redaktion