Dog Gone: Die wahre Geschichte von Fielding Marshall und seinem Hund ​​Gonker

Er liebt Donuts und Yoga, Rennen und Kuscheln. Er spielt nicht nur einfach Stöckchen holen, sondern sucht sich das Holzstück zuvor aus. Gonker ist ein besonderer Hund. Das wusste Fielding Marshall sofort. 

Der 20-jährige Amerikaner holte sich den Golden Retriever-Mix 1992 von einer Tierrettungsstelle. Kurz nachdem Fieldings Baby bei einer Herz-OP starb. Fielding suchte nach Trost und fand ihn bei dem Welpen. Gonker wurde zu einem Freund, einem Familienmitglied auf Lebzeiten.

Doch Gonker war nicht gesund. Er litt an Morbus Addison – einer chronischen Erkrankung, die die Nebennierenrinden betrifft und zu einem Mangel an wichtigen Hormonen führt. Betroffene Hunde fühlen sich schlapp, können ins Koma fallen. Um das zu vermeiden, erhielt Gonker eine monatliche Injektion.

Zehn Tage nach seiner letzten Behandlung am 10. Oktober 1998, verschwand der mittlerweile sechsjährige Gonker. Fielding war mit ihm auf dem über 3.500 Kilometer langen Appalachian Trail in Virgina unterwegs. Einem Weg, der durch insgesamt 14 Staaten führt, samt dichter Wälder und steilen Bergpassagen. Der Hund jagte einem anderen Tier nach. Fielding suchte verzweifelt den Weg ab, schrie und weinte. Wo ist sein Freund?

Das ist die wahre Geschichte von Fielding Marshall und seinem Hund Gonker. Sie handelt von Gonkers Verschwinden – und wie Tausende Hundefreund*innen halfen, ihn wiederzufinden. Sie war damals in landesweiten Medien zu lesen, einige Jahre später in dem faktenbasierten Roman Hund verzweifelt gesucht (Im Englischen: Dog Gone) und ist nun auch unter dem Titel Dog Gone auf Netflix zu sehen. Ein Spielfilm, der es bereits in die Top 10 der Netflix-Filmcharts schaffte.

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Doch inwiefern unterscheidet sich der Film von Fieldings Leben? 

15 Tagen, 180 Kilometer: Wie Fielding Marshall und Gonker wieder zueinander fanden

Als der echte Gonker 1998 davon lief, sorgte sich die Familie vor allem um seine Injektion. Wenn er diese nicht binnen der nächsten zwei Wochen erhalten würde, dann würde Gonker sterben.

Fieldings Mutter Virginia rief Tierkliniken, Polizeistationen und Zeitungen an. Fielding verteilte in der Nachbarschaft Flyer, ging mit seinem Vater John den Trail auf und ab. 

„Die Familie hat Angst, dass er hungrig, verwirrt und verängstigt ist“, heißt es in einem Zeitungsartikel vom 15. Oktober. Mehrere Leser*innen meldeten sich bei der Familie, gaben Tipps … nichts half. Als sich die Suche hinzog, begann die Hoffnung allmählich zu schwinden. 

Es war schließlich der 25. Oktober 1998, als die Familie den langersehnten Anruf erhielt: Gonker ist hier! Er sei bei Mülleimern am Rande eines Skigebiets gesichtet worden. In 15 Tagen ist er rund 180 Kilometer gelaufen. Immer auf der Suche nach seinem Herrchen. 

Als Fielding ihn fand, war Gonker erstaunlicherweise nicht sehr erschöpft. Seine Pfoten sahen von der tagelangen Tour zwar mitgenommen aus, doch Gonker hatte während seiner Reise ein halbes Kilo zugenommen. 

Im Film ist diese Szene ähnlich, mit wenigen Unterschieden: Anders als in der Wirklichkeit sehen Hund und Herrchen ziemlich mitgenommen aus: Fielding (gespielt von Johnny Berchtold) konnte während der Suche kaum etwas essen, plagte sich obendrein mit Bauchschmerzen, die sich später als eine lebensbedrohliche Erkrankung erwiesen. Im echten Leben litt Fielding zwar auch an einer entzündlichen Darmerkrankung, jedoch folgte eine Operation erst Jahre nach den Ereignissen auf dem Trail.

Johnny Berchtold spielt Marshall, auf der Suche nach seinem Hund.
Johnny Berchtold spielt Fielding Marshall, auf der Suche nach seinem Hund.

Im Film lebt Fielding außerdem bei seinen Eltern (gespielt von Rob Lowe und Kimberly Williams-Paisley), während er zu dieser Zeit tatsächlich einen Job als Programmierer hatte und nicht weit von seiner Familie entfernt wohnte. Dann wäre da noch Gonker: Er war ein Golden-Retriever-Mischling, den Fielding nach dem Tod seines Babys holte. Im Film ist Gonker hingegen ein heller Labrador, den Fielding sich anschafft, als sich seine Freundin von ihm trennt.

Die traurige Hundeerfahrung seiner Mutter (einst verschwand ihr eigener Hund) ist hingegen wirklich passiert – und auch die wiederauflebende Beziehung zu seinem Vater. Die Suche schweißte die beiden Männer zusammen. 

Wo sind Fielding Marshall und Gonker heute?

Bleibt also nur noch die Frage zu klären, wie es mit Fielding und Gonker weiterging. Denn Buch und Film enden mit der Zusammenkunft der beiden Freunde.

In einem Artikel der amerikanischen Tageszeitung New York Post steht, dass Gonker weitere fünf Jahre lebte und im Alter von elf Jahren starb. 

Fielding wohnt inzwischen in Chile, um „der Wildnis näher“ zu sein. Mit seiner chilenischen Frau hat er eine Familie gegründet – inklusive Hund, versteht sich.

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Netflixwoche Redaktion