Das Auge liebt mit: Das Beste zum Valentinstag auf Netflix

Es ist mal wieder dieser eine Tag im Jahr. Irgendwo tief vergraben in theologischen Geschichtsbüchern gibt es wohl die Story des armen Priesters Valentin, dessen Schicksal diese ganze Sache ins Rollen brachte. Böse Zungen wiederum behaupten, der Valentinstag sei einfach nur ein genialer Marketingschachzug der Floristenzunft. Aber selbst wenn, Blumen sind ja eine tolle Sache. Kauft und verschenkt Blumen, Leute! Noch viel mehr aber ist es die gemeinsame Quality Time, die diesen Tag ausmacht. Mit hochromantischen öffentlichen Unternehmungen ist es ja immer noch etwas schwierig. Aber ein zweisamer Abend auf der Couch ist ja auch was Feines – vor allem, wenn das Programm stimmt. Hier sind acht Highlights auf Netflix, die auch Priester Valentin gütig abgenickt hätte.

Crazy, Stupid, Love. (2011)

Steve Carrell ist gerade recht präsent auf Netflix. The Office (US) ist einfach ein Klassiker, und am 18. Februar startet auch die zweite Staffel der interstellaren Sitcom Space Force. Carrell hat aber noch sehr viel mehr Sehenswertes auf den Bildschirm gebracht. Unvergessen ist seine Rolle als Cal in Crazy, Stupid, Love., wo er es sich in seinem gutbürgerlichen Leben mit Ehefrau Emily (Julianne Moore) und zwei Kindern gemütlich eingerichtet hat – allerdings etwas zu gemütlich. Denn Emily fängt eine Affäre mit ihrem Arbeitskollegen David (Kevin Bacon) an und reicht anschließend die Scheidung ein. Cal ist am Ende. In einer Szenebar lernt er den Aufreißer Jacob (Ryan Gosling) kennen, der ihn unter seine Fittiche nimmt, damit er ein paar neue Frauen kennenlernt. Dabei will Cal eigentlich nur eins: seine Ehefrau zurück!

Crazy, Stupid, Love. greift zwar die üblichen RomCom-Klischees auf,  aber nie ohne einen witzig-kreativen Bruch. Das macht diesen Film zu einer der besten seines Genres.

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Ein Hologramm für den König (2016)

Die Voraussetzungen bei diesem Drama könnten besser kaum sein. Die Romanvorlage stammt vom Bestsellerautoren Dave Eggers (The Circle), die Regie übernahm der deutsche Meisterregisseur Tom Tykwer, und in der Hauptrolle ist kein Geringerer als der zweifache Oscar-Preisträger Tom Hanks zu sehen. Und die Rechnung geht auf. Denn Ein Hologramm für den König hat so viele Ebenen, so viele erzählerische Facetten, dass einem schwindelig werden könnte. Doch Tykwer verhindert das durch seine kluge Inszenierung. So erleben wir, wie der glücklose Geschäftsmann Alan Clay (Tom Hanks) einen Selbstfindungstrip beginnt, der aus ihm am Ende einen Gewinner macht. Dank der Liebe natürlich.

Brokeback Mountain (2006)

Was war das für ein Aufschrei, als Brokeback Mountain 2006 ins Kino kam! In den Augen vieler Konservativer kam das Liebesdrama einem filmischen Affront gleich. Schließlich geht es nicht nur um die Liebe zweier Männer, sondern – Sakrileg! – um die Liebe zweier Cowboys. Der Prototyp des hyperheterosexuellen Mannes und das ihm anhaftende Männlichkeitsbild kam durch diese Verfilmung einer preisgekrönten Kurzgeschichte mit Heath Ledger und Jake Gyllenhaal massiv ins Wanken. Der Oscar für den besten Film ging in dem Jahr aber nicht an Brokeback Mountain, sondern an L.A. Crash. Das deutete insbesondere die LGBTQIA+-Bewegung als Beleg für die Homophobie der vorwiegend aus alten weißen Männern bestehenden Academy Of Motion Picture Arts And Science. Kann man so sehen, muss man aber nicht. In jedem Fall ist die Geschichte der beiden Cowboys Jack und Ennis, die sich inmitten rigider Moralvorstellungen ineinander verlieben, herausragend gutes Kino über eine Liebe, die keine Grenzen kennt.

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Notting Hill (1999)

In den neunziger Jahren gab es keine größere Hollywood-Schauspielerin als Julia Roberts: Pretty Woman, Die Akte, Fletcher‘s Visionen und dann: Notting Hill. Der Film hat alles, was eine gute RomCom haben muss: Mit Julia Roberts und Hugh Grant zwei absolute Publikumslieblinge als Liebespaar. Mit Spike (Rhys Ifans) einen liebenswert schrägen Charakter, der für riesige Lacher sorgt. Mit der Grundidee des Aufeinandertreffens eines Hollywoodstars (Julia Roberts als Anna Scott) auf eines Normalos (Hugh Grant als Buchhändler) eine tolle Prämisse. Und nicht zuletzt ein smartes Drehbuch, das einen wirklich hohen Unterhaltungswert garantiert.

Jerry Maguire – Spiel des Lebens (1996)

Jerry Maguire – Spiel des Lebens handelt von einem erfolgreichen Sportagenten (Tom Cruise), der sich in seiner Branche mehr Integrität und Moral wünscht. Er verfasst ein flammendes Pamphlet, das ihn jedoch direkt ins geschäftliche Abseits befördert. Auf einmal möchte niemand mehr mit ihm arbeiten – bis auf den Football-Star Rod Tidwell (Cuba Gooding Jr.) und die ehemalige Buchhalterin Dorothy (Renée Zellweger). Zugegeben: Klingt auf den ersten Blick nicht nach typischem Valentins-Material. Aber Jerry Maguire ist absolutes Gefühlskino – inklusive einer unwahrscheinlichen Liebesgeschichte.

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Wie ein einziger Tag (2004)

Der pensionierte Geschäftsmann Noah (James Garner) liest der dementen Allie (Gena Rowlands) aus ihrem alten Notizbuch vor – es ist ihre eigene Liebesgeschichte. Die beginnt damit, dass sich Allie zum ersten Mal in ihrem Leben heftig in einen jungen Mann verliebt (gespielt von Ryan Gosling). Doch ihre Eltern waren seinerzeit gegen die Liaison und trennten die beiden voneinander, bis sie sich irgendwann wiedertrafen. Wie ein einziger Tag ist ein Film über die einzige und wahre Liebe, der zwar nicht ganz ohne Kitsch auskommt, aber mit Sicherheit das eine oder andere Tränchen perlen lässt. 

P.S. Ich liebe dich (2008)

Nichts auf der Welt ist so schlimm wie der Tod eines geliebten Menschen. Auch Holly (Hilary Swank) muss diese Erfahrung machen, als ihr Mann Gerry (Gerard Butler) stirbt. Doch der hat vorgesorgt und schickt ihr posthum Nachrichten mit Aufgaben, die ihr helfen sollen, ihre Trauer zu überwinden. P.S. Ich liebe dich ist ein ungemein trauriger Film, aber gleichzeitig herzwärmender Film über die große Kraft der ewigen Liebe, die selbst den Tod zu überleben vermag.

Dirty Dancing (1987)

Manchmal muss es einfach ein Klassiker sein. Dirty Dancing ist nicht nur der Tanzfilm schlechthin, sondern auch einer der einflussreichsten Blockbuster der Achtziger Jahre, der bei seinem Erscheinen einen regelrechten Hype auslöste. Die Liebesgeschichte von Baby (Jennifer Grey) und Johnny (Patrick Swayze) ist eigentlich recht banal, aber vermutlich genau deshalb so bewegend. Und die spektakuläre Tanzeinlage, bei der Johnny sein Baby auf den Händen trägt, zählt zu den ikonischsten der ganzen Filmgeschichte. Funfact: Für seine Hauptrolle bekam Patrick Swayze 200.000 Dollar Gage. Als 17 Jahre später dann der zweite Teil von Dirty Dancing gedreht wurde und Swayze darin einen fünfminütigen Gastauftritt hatte, bekam er dafür das 25-fache: nämlich stolze fünf Millionen Dollar.

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Netflixwoche Redaktion